Folding@Home: gemeinsam stark gegen Covid-19
ACO unterstützt weltweites Computerprojekt zur Erforschung von Krankheiten

Gemeinsam schlagen wir den schnellsten Supercomputer! Denn so viel Power steckt dahinter, wenn sich weltweit Menschen zusammenschließen und die Rechenleistung sowohl privater PCs als auch von Firmenrechnern zur Verfügung stellen. Selbstverständlich ist auch ACO bei der Initiative namens Folding@Home dabei und unterstützt somit die Erforschung diverser Krankheiten oder genauer gesagt, von Proteinmolekülen.

Proteine sind an allen Prozessen, die in unseren Zellen ablaufen, beteiligt. Zu ihrer vollen Funktionsfähigkeit nehmen sie eine dreidimensionale Struktur an, sie müssen sich quasi in Falten legen. Bei diesen Faltprozessen können allerdings auch Fehler entstehen, die verschiedene Krankheiten auslösen. Zum Beispiel Alzheimer, Huntington, verschiedene Krebsarten oder Covid-19. Denn auf der Oberfläche des Coronavirus befinden sich auch sogenannte Spike-Proteine (siehe Bilder unten), um an menschliche Zellen andocken zu können. Was genau bei diesem Andockprozess passiert und welche Ursachen Fehlfaltungen von Proteinen zugrunde liegen, wollen Forscher entschlüsseln. Dazu bedarf es komplexer Simulationen, die wiederum enorm viel Rechenleistung erfordern.

So ist in den USA vor bereits 20 Jahren das Projekt Folding@Home entstanden, zu Deutsch „Zuhause falten“. Heute wird es von der Washington-Universität in St. Louis geleitet. Dahinter steckt das Prinzip, dass weltweit jeder die Rechenleistung zur Verfügung stellen kann, die er nicht braucht, z.B. wenn der PC gerade nicht oder nur wenig genutzt wird. In dieser Zeit können Datenpakete bearbeitet werden, die für die Simulation der Proteinfaltungen benötigt werden.

„Unser IT Kollege Martin Künstler ist auf die Idee gekommen für das Folding@Home Projekt zwei ausgediente ACO Rechner wieder in Betrieb zu nehmen“, so ACO CIO Walter Hintz. „Die beiden leistungsstarken Rechner sind noch voll funktionsfähig und laufen nun rund um die Uhr für die Forschung.“

Über das Internet bekommt der teilnehmende Rechner eine sogenannte „Work Unit“, die nach Beendigung automatisch an die Universität zurückgeschickt und eine neue Arbeitseinheit versendet wird. So gehen Simulationsprozesse wesentlich schneller als es der schnellste Supercomputer der Welt ermöglichen könnte.

Die kleinen Datenpakete werden zentral zusammengeführt und können von Forschern auf der ganzen Welt kostenlos als Grundlage für ihre medizinische Forschung genutzt werden. Durch die globale Gemeinschaftsleistung erhofft man sich, die Entwicklung von Medikamenten schneller voranbringen zu können. Denn die Simulationen grenzen die Praxisversuche der Wissenschaftler mit verschiedenen Wirkstoffen enorm ein.

Durch die Verbreitung des Coronavirus stiegen die Teilnehmerzahlen des Folding@Home Projekts enorm schnell an. Zusätzlich stärkt ein Bonuspunktesystem, für die zur Verfügung gestellte Rechenleistung, mit einer internationalen Rangliste einen gewissen Wettbewerbscharakter – selbstverständlich ohne Gegenleistung, nur für den guten Zweck. Aktuell beteiligen sich hunderttausende Menschen, die sich insgesamt in mehr als 250.000 Nutzergruppen zusammenfassen. Die Nutzergruppe von ACO „ACO global compute network (AGCM)“, in der sich auch Kollegen mit ihren privaten Rechnern beteiligen, gehört aktuell zu den stärksten 5% der Rechenpower-Rangliste. „Geplant ist unseren Beitrag weiter aufzustocken“, so ACO IT Leiter Walter Hintz abschließend.

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